Schlacht von Solferino

Daten und Meilensteine

1828 8. Mai Geburt von Jean-Henri Dunants in Genf
1829 Geburt der Geschwister Sophie-Anne (1829), Daniel (1831), Marie (1833) und Pierre-Louis (1834)
1836 Reise der Familie Dunant nach Marseille und Toulon, wo Henri sich über die unmenschlichen Zustände in den Gefängnissen empört.
1837 Henri begleitet seine Mutter bei ihren Armen- und Krankenbesuchen. Später schliesst er sich der Almosengesellschaft an und besucht selber Arme und Gefangene. Mit einigen Kameraden der Almosengesellschaft führt er in der „Donnerstags-Vereinigung“ Erbauungsabende durch, aus denen später der  Christliche Verein Junger Männer“ (CVJM) entsteht (1848).
1849 Dunant beginnt eine Banklehre in Genf.
1852 30. November: Gründung des Genfer Vereins Christlicher Junger Männer.
1853 Im Auftrag der Genfer Compagnie des Colonies suisses de Sétif unternimmt Dunant seine erste Reise nach Algerien.
1854 Die französische Regierung erteilt Dunant eine Konzession für
Mühlen in Sétif.
1855 Gründung des Weltbundes der Christlichen Vereine Junger Männer in Paris, wo sich Dunant als Delegierter des  Genfer Vereins aufhält. Dunant wendet sich anschliessend kommerziellen Projekten zu und entschliesst sich nach seiner dritten Algerienreise, ein eigenes Unternehmen zu gründen.
1858 Gründung der Finanz- und Industriegesellschaft von Mons-Djémila.
1859 Dunant reist nach Italien, um bei Napoleon III. wegen seiner algerischen Geschäfte vorzusprechen, die durch bürokratische Massnahmen der Kolonialbehörden behindert werden.24. Juni, Schlacht bei Solferino: Dunant wird mit dem Schrecken des Krieges konfrontiert, entschliesst sich, sofort zu helfen. 40’000 Tote und Verwundete, ungenügende Pflege, Einsatz Freiwilliger zugunsten aller Verwundeter aller Nationen: „Sono tutti fratelli“, alle sind Brüder“.
1860 Dunant beginnt mit der Niederschrift von „Eine Erinnerung an Solferino“, an der er das ganze Jahr 1861 arbeitet.
1862 Im November erscheint „Eine Erinnerung an Solferino“ auf Kosten Dunants in einer Auflage von 1600 Exemplaren.
1863 9. Februar: Versammlung der Gemeinnützigen Gesellschaft von Genf, die Dunants Ideen auf die Tagesordnung setzt und ein Komitee von fünf Mitgliedern beauftragt, ein Memorandum über die „Unterstützung kriegführender Armeen durch Korps freiwilliger Helfer“ zu verfassen.
17. Februar: Erste Sitzung des „Fünfer-Komitees“, das bald in „Ständiges Internationales Komitee“ umbenannt wird. Vom 20. Februar bis 15. März weilt Dunant in Paris und wirbt um Unterstützung für seine Ideen. September: Dunant reist nach Berlin, wo seine Idee auf dem Statistischen Kongress erstmals einem internationalen Publikum vorgestellt wird. Anschliessend besucht Dunant verschiedene europäische Fürstenhöfe.
26. Oktober: Internationaler Kongress in Genf, 16 Staaten sind vertreten. Zehn Resolutionen und drei Wünsche (vor allem in bezug auf Neutralisierung des Sanitätspersonals) werden verabschiedet.
1864 9. August: Eröffnung der diplomatischen Konferenz in Genf unter dem Vorsitz von General Henri Dufour. Am 22. August wird das Genfer Abkommen „zur Verbesserung des Loses der Verwundeten auf dem Feld“ unterzeichnet. Das Prinzip der Neutralität wird akzeptiert. Das rote Kreuz im weissen Feld wird internationales Schutzzeichen für Heeres-Sanitätsdienst und freiwillige Sanitätshilfe. Dunant erlebt den Höhepunkt seines Lebens.
1865 Dunant trifft Napoleon III. in Algerien. Er erhofft sich geschäftliche Vorteile für seine Gesellschaft, deren Lage allmählich prekär wird.
1866 Auf Einladung der Königin Augusta nimmt Dunant an den Feierlichkeiten zum Sieg der Preussen über die Österreicher bei Königgrätz teil. Gründung des „Hülfsvereins für schweizerische Wehrmänner und deren Familien“, seit 1914 „Schweizerisches Rotes Kreuz“ in Bern. Initianten: General Dufour und Bundesrat Jakob Dubs.
1867 Dunant gründet Universalgesellschaft zur Erschliessung
Palästinas. Wirtschaftlicher Zusammenbruch Dunants. Rücktritt Dunants als Sekretär des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Er verlässt Genf und nimmt Wohnsitz in Paris. An der Pariser Weltausstellung wird Dunant für seine Verdienste eine Goldmedaille verliehen.
1868 Dunant lebt in sehr ärmlichen Verhältnissen in Paris und
verdient sich seinen Lebensunterhalt mit journalistischen Arbeiten.
1870 Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges gründet Dunant im September eine „Allgemeine Fürsorgegesellschaft“, während der Belagerung von Paris eine „Hilfsgesellschaft“.
1871 Gründung der „Allgemeinen Allianz für Ordnung und Zivilisation“.
Hauptanliegen: Politischer und sozialer Friede, internationales
Schiedsgericht, Besserstellung der Kriegsgefangenen.
Übersiedlung Dunants nach London.
1872 Kongress über die internationale Schiedsgerichtsbarkeit in
London. Dunant wird zum Sekretär der „Peace Society“ ernannt.
1874 Diplomatische Konferenz in Brüssel zugunsten des Loses der Kriegsgefangenen. Dunant ist oft krank und führt ein unstetes Leben. Seine Stationen sind Stuttgart, Venedig, Rom, Korfu, Elsass,Stuttgart, Basel, Bern, London, Heiden, Seewis, Engadin, Karlsruhe, Paris, Stuttgart, London, von wo aus er einen Hilferuf an seine Familie nach Genf schickt.
1887 Finanziell ruiniert und gesundheitlich geschwächt, findet Dunant
im Juli in Heiden eine zweite Heimat.
1888 Dunant organisiert eine Sektion des Roten Kreuzes in Heiden.
1889 Dunant sammelt Unterlagen über die Geschichte des Roten Kreuzes
und beginnt mit der Niederschrift seiner „Erinnerungen“.
Arbeitet am „Symbolischen zeitlichen Aufriss“.
1892 Dunant wird Dauerpensionär im Bezirksspital Heiden, betreut von
Dr. Hermann Altherr.
1895 Begegnung mit dem Journalisten Georg Baumberger im August,
dessen Bericht in der Zeitschrift „Über Land und Meer“ die
Öffentlichkeit auf den vergessenen Dunant aufmerksam
macht.
1896 Jährliche Rente der russischen Zarenwitwe Maria Feodorowna; dazu
1. Preis des Medizinischen Kongresses in Moskau und
Binet-Fendt-Preis der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
1897 Das gemeinsame Werk von Rudolf Müller und Henry Dunant „Die
Entstehungsgeschichte des Roten Kreuzes und der Genfer
Konvention“ erscheint in Stuttgart.
1901 Dunant erhält zusammen mit Frédéric Passy am 10. Dezember den
ersten Friedensnobelpreis.
1903 Dunant wird Ehrendoktor der Medizin der Universität Heidelberg.
1908 Weltweite Ehrung zu seinem 80. Geburtstag. Neu überarbeitete
Auflage von „Un souvenir de Solférino“.
1909 Dunant setzt sein Testament auf.
1910 Tod Henry Dunants am 30. Oktober in Heiden und Bestattung auf
dem Friedhof Sihlfeld in Zürich am 2. November.