So, 13. Mai 2018, 14 Uhr – Die Anfänge der Fotografie am Beispiel des Archivs Rietmann

So, 13. Mai 2018, 14 Uhr – Die Anfänge der Fotografie am Beispiel des Archivs Rietmann

Öffentlicher Vortrag mit lic. phil. Arman Weidenmann

Von Henry Dunant gibt es nur wenige Fotografien. Die wohl bekannteste Serie stammt vom St. Galler Fotografen und Pionier Otto Rietmann (1856 – 1942). Sie entstand am 7. August 1895 in Dunants Zimmer im alten Bezirks-Krankenhaus in Heiden im Auftrag von Georg Baumberger, Chefredaktors der Zeitung „Die Ostschweiz“. Anschliessend wurde das Bild mehrfach in deutschen und schweizerischen Zeitungen abgedruckt. Letztlich führten die Artikel von Georg Baumberger und das Foto von Otto Rietmann zur Rehabilitierung des „vergessenen, alten Mannes in Heiden“ und gipfelte in der Verleihung des ersten Friedensnobelpreis 1901 an Henry Dunant.

Anhand des Fotoarchivs Rietmann – Ostschweizer Zeitgeschichte in Form von mehreren zehntausend Bildern aus neun Jahrzehnten, welche in der Kantonsbibliothek Vadiana aufbewahrt werden – soll die Entwicklung der Fotografie nachgezeichnet werden. Neben technischen Aspekten, welche die „Bebilderung der Welt“ durch reproduzierbare Bilder mit sich brachte, sollen aber auch die gesellschaftlichen Konsequenzen angesprochen werden. Dies lässt sich anhand der aufkommenden Pressefotografie zeigen, welche um die Wende zum 20. Jahrhundert die Erfindung der illustrierten Zeitung mit sich brachte. Georg Baumberger und Otto Rietmann waren dabei Akteure der ersten Stunde, Henry Dunant letztlich Nutzniesser dieser technischen Errungenschaft.

Im Rahmen des Internationalen Museumstages „Taggen, sharen, liken“ führt uns der Historiker Arman Weidenmann (Kantonsbibliothek Vadiana) die Anfänge der Fotografie am Beispiel des Archivs Rietmann vor Augen.